Warum werden Vending-Maschinen in Bezug auf den Kaffeegenuss so unterschätzt?

Vending ist ein Begriff, mit dem viele Menschen noch wenig anfangen können. Man versteht darunter die Abgabe und den Verkauf von Waren, insbesondere von Waren des täglichen Bedarfs mittels Automaten. Der Begriff wird international verwendet und steht für eine 24-stündige Zwischenverpflegung siebenmal in der Woche. Die wichtigsten Bereiche sind Kaffee und Heißgetränke, aber auch Kaltgetränke, Snacks und Non-Food-Artikel. In den letzten Jahren ist auch das Segment der Wasserspender stark in den Focus des Vending gerückt.

In Europa gibt es ca. 3,7 Millionen Automaten, in Österreich knapp 190.000, davon entfallen ca. 55.000 auf den Bereich Getränke (Heiß- und Kaltgetränke) und Snacks. In Deutschland ca. das 10-fache. Für den Kaffeebereich stehen so genannte Heißgetränkeautomaten zur Verfügung, heutzutage oft auch kombiniert mit Kaltgetränken.

Wo kann der Kaffeeautomat überall eingesetzt werden?

Kurz gesagt überall dort, wo sich Gäste selbst versorgen können oder sollen, also für Gastronomie, Systemgastronomie, Hotel, Bäckerei, Tankstelle, Catering- und Eventbereich, Coffeeshops, Betriebs- und Gemeinschaftsverpflegung uvm.

Die Automaten gliedern sich in nachfolgende Segmente:

17 % Heißgetränke Stand-Automaten
43 % Heißgetränke Automaten Table-Top
17 % Kaltgetränke Automaten
23 % Snacks

Der Markt wächst vor allem im Bereich der Heißgetränke. Heißgetränkeautomaten bieten Kaffee, Kaffeespezialitäten sowie Kakao, wobei man zwischen Instant-, Frischbrüh- und Espressoautomaten unterscheidet. Hier ist deutlich eine stark wachsende Tendenz zu Kaffeespezialitäten aus ganzen Bohnen zu beobachten. Ca. 57 % aller Automaten (Standgeräte und Table-Top) bereiten bereits Kaffee aus frischen Bohnen zu.

Allerdings treffen hier immer noch die Fakten auf das Klischee. Denn Vending- bzw. Automatenkaffee hat vielfach noch einen schlechten Ruf. Noch immer wird schlechter Instantkaffee aus vergangenen Tagen mit dem Automatenkaffee assoziiert. Tatsächlich gibt es auch guten Instantkaffee, aber nur mehr 30 % sind heute Instant, vor ca. 20 Jahren waren es noch 70 %. Der schlechte Ruf besteht aber zu Unrecht, denn das Endprodukt Kaffee erreicht vielfach sehr gute Gastronomiequalität bzw. geht sogar darüber hinaus.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Vorrangig sind die Qualitätsansprüche der Kunden gestiegen, der Konsument weiß, wie guter und auch schlechter Kaffee schmecken. Durch diesen Umstand hat sich die Qualität der Produkte verbessert. Ebenso wichtig ist der Fortschritt im technischen Bereich. Egal ob Table-Top, SB-Maschine oder Standautomat – die Geräte von heute sind größtenteils Hightech und offerieren Kaffee in Top-Qualität. Aber auch hier gilt, wie bei jeder Kaffeemaschine: ein guter Kaffee kann „unten“ nur herauskommen, wenn auch „oben“ ein guter Kaffee eingefüllt wurde.

Viele modernste, technische Features stehen heute zur Verfügung, z.B. Induktionsspulen für Milch, die eine Erhitzung der Milch über 75° unmöglich machen, Pre-Infusionstools bis hin zu Hightech-Mahlscheiben und -Brüher. Als Resultat dieser modernen Ausstattungen sind Mahlgrad, -menge, Wassertemperatur oder Anpressdruck nahezu perfekt einzustellen!

Woher kommt das angekratzte Image?

Wahrlich ist der Ausdruck „Automatenkaffee“ nicht ganz glücklich. Geredet wird in Bezug auf Kaffee- und Barista-Qualität fast immer nur von Siebträgermaschinen. Es gehört fast zum guten Ton, dass der gute Kaffee ausschließlich von einem „bärtigen, tätowierten Barista“ zubereitet wird, der Latte-Art Herzchen auf den Cappuccino zaubert. Auch die so genannten Vollautomaten kämpfen vielfach mit einem hausgemachten Imageproblem. Aber dieses „Minderwertigkeitsgefühl“ bzw. „Selbstkasteiung“ ist in Wirklichkeit unnötig. Denn die Brüh-Technik der meisten Vendingmaschinen und Vollautomaten beruht auf der Kolbentechnik, die dem Original sehr nahe kommt. Mit Original ist der Kaffee in Äthiopien gemeint, der ursprünglich am offenen Feuer mit einem Holzstößel zubereitet wurde. Der senkrechte Kolben bei der Kolbenbrühtechnik ähnelt diesem System und sorgt mit dem senkrechten Kolben für eine optimale Extraktion. Und der erzeugte Creme-Kaffee (vergleiche Café Crème in der Schweiz) ist vom Aroma her die No.1 der Brühtechnik!

Parallel zur weiterentwickelten Maschinenqualität liefern die so genannten Operating-Unternehmen mittlerweile immer breitere Produkt-Paletten rund um den Kaffee-Automaten: neben frischen Bohnen (auch aus nachhaltigem Anbau oder Bio-Qualität) und Kakao, stehen auch Tee und zeitgemäße Produkte wie Kakaopulver mit geringerem Fett- und Zuckergehalt, Magermilch oder laktosefreie Produkte auf dem Lieferplan der Vendingfirmen.

Perfekter Milchschaum auch für ungelernte Mitarbeiter
Für den Gastronomen stehen frische Bohnen – oft mit zwei oder mehreren Bohnenbehältern –Frischmilchlösungen zum alternativen Milchtopping-Bereich (jeweils mit Aufschäumer) und wahlweise mehrere Füllprodukte wie Kakao oder Schokolade für nahe alle Kaffeespezialitäten zur Verfügung.

Die Geräte besitzen nahezu alle Touchscreen, zeichnen sich also durch Bedienkomfort und einfache Navigation aus. Automatische Reinigungssysteme sind vielfach integriert. Die Geräte sind durch abnehmbare Wassertanks auch mobil z.B. im Catering einzusetzen. Neueste Technologien können für eine konstante Produkt- und Qualitätssicherung durch Fernwartung und Soforthilfe sorgen.

Auch Filterkaffee
… ist vielfach noch ein Muss für die Frühstücksversorgung! Ob Tasse für Tasse frisch zubereitet, oder in großen Mengen vorproduziert, Filterkaffee ist in vielen Bereichen ein fester Bestandteil der Heißgetränkeversorgung. Die pflegeleichte Technik und der Tassenpreis bei der Zubereitung machen Filterkaffee oft zur Alternative.

 

Einige Beispiele bzw. Anwendungsbereiche für die Gastronomie: