Der italienische Kaffeeröster und Familienunternehmen Illy hat ein Abkommen mit der JAB Holding der deutschen Familie Reimann zur Herstellung und zum Vertrieb von Aluminium-Kaffeekapseln abgeschlossen. Die mit Nespresso-Maschinen kompatiblen Kaffeekapseln der Marke Illy sollen im ersten Halbjahr 2019 auf den Markt kommen. Vertrieben werden sie im Einzelhandel weltweit von JABs Kaffee-Konzern Jacobs Douwe Egberts (JDE) und in Italien von Illy selbst.

Bisher sind die Pads von Illy nur in den firmeneigenen Maschinen einsetzbar. Die neuen Pads dagegen sollen mit den in Europa viel weiter verbreiteten Automaten von Nespresso kompatibel sein und so einen riesigen potenziellen Kundenkreis erschließen.

Nun kommt die italienische Traditionsmarke Illy dazu. Fabien Simon, Manager bei JDE erwartet viel von der Zusammenarbeit. «Das Segment der Kaffeepads boomt immer noch und wächst zwischen 20 und 30 Prozent im Jahr», so Simon gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Im ersten Halbjahr 2019 soll der Verkauf der neuen Pads in Deutschland, Frankreich und Spanien starten. Illy röstet seit 1933 und setzt derzeit ca. 500 Millionen Euro um. Laut dem Illy-Präsidenten Andrea Illy will die Firma trotz Angeboten von großen Konkurrenten aber weiter unabhängig bleiben. Auch ein Börsengang sei nicht geplant.

Der europäische Kaffeemarkt ist im Moment stark umkämpft. Der Deal von Illy und JDE folgt auf die Milliarden-Kooperation von Nestlé mit Starbucks und die Übernahme von Costa durch Coca-Cola im August. Im Kampf um Anteile unter den grossen Playern ist JAB aktuell die Nummer 2 im Kaffee-Business – hinter Nestlé. Zu JAB gehören Marken wie «Tassimo» oder «Jacobs». Mit der weltbekannten Marke der deutschen Familie Jacobs, deren Holding in der Schweiz ansässig ist, sind die Reimanns so richtig auf den (Kaffee)-Geschmack gekommen. Die Familie Reimann kontrolliert JAB.

Doch der Kaffeekampf tobt nicht nur in Europa, sondern auch in China, dem am schnellsten wachsende Markt der Welt. Dort versuchen vor allem die beiden Tech-Giganten Alibaba und Tencent, den Markt unter sich aufzuteilen. Sie sind bereits bei digitalen Diensten Erzrivalen. Jetzt kommt noch das boomende Kaffeegeschäft dazu. Aber auch Starbucks ist in China präsent und hat im August eine Partnerschaft mit Alibaba unterzeichnet.

Mit Material von Lebensmittelzeitung.online, handelszeitung.ch, foodaktuell.ch — 10/2018